Entwicklung

Der Ursprung und die Entwicklung der Kastagnetten gehen in die vorgeschichtliche Zeit zurück. Steine, Muschelschalen, Tierknochen, Platten aus Holz, Nilpferd-Elfenbein, Ton oder Metall waren Vorläufer und primitive Formen der Kastagnetten. Diese "Klappern" gab es in allen älteren Musikkulturen und auf allen Kontinenten. Sie hatten in der Kult- und Kunstmusik der Mittelmeervölker einen besonders hohen Stellenwert.

Fahrende Musiker und Tänzerinnen aus der iberischen Halbinsel waren überall sehr beliebt. Auf ihren Reisen durch die Mittelmeerländer spielten und tanzten sie mit Kastagnettenbegleitung. Die Kastagnette wandelte sich so vom Kultinstrument zum Unterhaltungsinstrument und Tanzbegleiter. In Spanien wurde sie zum meistgebrauchten Volksinstrument. Aus der Verschmelzung städtischer Kulturen mit den ländlichen Volkstänzen entstand ein neuer Tanzstil, der "Escuela Bolera".
Spanische Tänze und Kastagnettentechnik in diesem Stil gehören heute in vielen klassischen Ballettschulen zur Ausbildung. Tänzer und Tänzerinnen, die ihr Können immer mehr perfektionierten, förderten so die Entwicklung der Kastagnette zu einem anspruchsvollen Percussioninstrument. Diese Entwicklung vollzog sich ausschließlich in Spanien. Die Kastagnettenspieltechnik hat sich inzwischen zu einer hohen Kunst entwickelt, und das Kastagnettenspiel hat sich vom Tanz losgelöst. Diese Tatsache und eine brauchbare Notationsform der Kastagnettenstimme ebneten dem kleinen Instrument den Weg in den Konzertsaal. Die Kastagnette erzielt als Konzertinstrument immer häufiger große Erfolge.

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